Fotograf

Silvio Tanner hat bereits in jungen Jahren leidenschaftlich fotografiert. Die Fotografie ist für ihn ein fantastisches Medium, um flüchtige Momente einzufangen und um Stimmungen zu erzeugen, denn der Blick durch die Kamera verändert die Art und Weise, wie man Dinge sieht, wie man die Welt wahrnimmt. Als Autodidakt hat er in einer ersten Phase die analoge Schwarz/Weiss Fotografie bevorzugt.

Die technischen Möglichkeiten, welche das Medium bietet, sind für ihn ideal, um die eigene Kreativität auszuloten. In der Dunkelkammer, beim Entwickeln seiner analogen Filme, kann er experimentieren und die Aufnahmen so weit bearbeiten, bis die gewünschte ästhetische und stimmungsvolle Wirkung erreicht ist.
Später hat ihm der Einsatz der digitalen Fotografie und Bildverarbeitung neue Möglichkeiten eröffnet. Sie dienen ihm hauptsächlich dazu, die eingefangenen Motive in Makroaufnahmen hervorzuheben und in der Nachbearbeitung zu isolieren.

Mit einem lauernden, wachsamen Auge erkundet Tanner die umliegende Landschaft. Zu verschiedenen Tageszeiten und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen fängt er seine Sujets ein. Mit seinem fotografischen Auge erkennt er den Reichtum und die Pracht der Textur von Baumstämmen, Pflanzen, Flechten, Blumen, Rinden, die er so aufnimmt, dass man schliesslich sehen kann, was den eigenen Augen verborgen bleiben würde. Zu Hause fotografiert er kleine Sujets und kreiert dabei ungewohnte und überraschende Arrangements, indem er beispielsweise eine Walnuss mit einer Sicherheitsnadel zusammenfügt.

Seine Fotografien erzählen keine Geschichten, sondern sie enthüllen vielförmige Welten in den kleinsten, unscheinbaren Details, die der Fotograf mit einer möglichst hohen Schärfentiefe festgehalten hat. Im Prozess der Bildverarbeitung wird in minutiöser, langer und meditativer Vorgehensweise alles entfernt, was er als überflüssig und störend empfindet, bis das Sujet in einem leeren, meistens dunklem (schwarzem) Raum zu schweben scheint. Den Betrachtern eröffnet sich ein neues, winzig kleines, feingliedriges Universum, von dem man sich nicht satt sehen kann.

Text : Simonetta Noseda


Ausstellungen

  • 2024 Gemeindehaus Bubikon
  • 2025 Foma 25 Fotografie Männedorf Kulturschüür